Nachschub für die Ohren - 010

Category: Podcast
15.10.2011
Author: Robert Fink
Aufrufe: 1579

Hörenswertes zu Ozapftis

Am 8.10.2011 gab es eine Pressemitteilung vom CCC das ihnen gelungen ist eine staatlich Spionagesoftware zu analysieren, die ihnen aus mehreren Quellen zugespielt worden ist. Gleichzeitig wurden einige Zeitungen informiert, die darauf eine breite Berichterstattung starteten. So was in der FAS ein mehrseitiger Bericht samt Sourcecode abgedruckt.

Da die eingesetzte Software bereits im Zuge eines Gerichtsverfahren in Landshut aufgefallen war wurde von den jeweiligen staatlichen Stellen immer behauptet die Software entspricht den Vorgaben der Quellen Telekommunikationsüberwachung. Das Bundesverfassungsgericht hat hierzu ziemlich deutliche Vorgaben gemacht, wenn auch vielleicht nicht umfassend genug, aber das sind ja auch keine Techniker. 

Die Analyse vom CCC ergab jetzt aber, dass die Funktionalität dieser Software weit über diese Vorgaben hinaus geht. Außerdem waren die Hacker vom CCC ziemlich entsetzt über die technische Qualität der eingesetzten Software.

Da die Software das erste mal in Bayern entdeckt wurde hat sie natürlich gleich einen bayerischen Namen "Ozapftis" bekommen. Ja Bayern mal wieder. Hier ticken die Uhren ja bekanntlicherweise ja etwas anders und die bayerische Gesetzeshüter und Regierungsstellen greifen ja gern schon mal etwas härter durch und scheren sich dabei nicht zwingend um Recht und Gesetz. Mich ärgert das schon wieder maßlos, dass es hier unsere bayerische Staatsregierung mal wieder geschafft hat, dass ganz Deutschland mit dem Finger auf uns zeigt. Wir Bayern gelten unter dem Rest der Deutschen Bevölkerung, zumindest meiner Empfindung nach, sowieso als sehr seltsam.

Gut wir machen es ihnen ja auch nicht wirklich schwer. Allein schon das Personal, das wir in die Bundesregierung entsenden, tut sich ja nicht wirklich durch intelligentes Verhalten hervor. Weil mal ehrlich, Ramsauer und Friedrich sind nicht die Leute von denen ich mich repräsentiert fühle, eher im Gegenteil. Ich hab mir dann auch die Landtagsdebatte zu dem Thema zu Gemüte geführt und auch hier war der Eindruck, vor allem von Regierungsseite, sehr verstörend. Besonders hervor getan haben sich dabei natürlich der zuständige Innenminister Joachim Hermann und die Justizministerin Dr. Beate Merk. Zu den Ausführungen der letztgenannten bleibt mir nur @map zu zitieren. "Dr. Beate Merk(befreit)"

Nachdem die ganze Geschichte einen ziemlichen Mediensturm entfacht hat, würde es hier jetzt zu weit führen alle relevanten Links hier aufzuführen. Wenn ihr mehr erfahren wollt benutzt die Suchmaschine eurer Wahl. Ein guter Einstieg ist sicher das Blog von Fefe Aber ich will ja hier Hörtips abgeben und da hab ich zwei Interessante für euch.

Alternativlos, Folge 19

Ja mal wieder Alternativlos ;) Aber hier gibt es zu genau diesem Thema Infos genau von der Quelle. Auch wenn Fefe, Frank und ihr heutiger Gast Constanze, alle drei vom CCC Berlin, betonen dass sie hier keine offiziellen CCC Statements abgeben sondern sich eben nur über das Thema unterhalten.

Die drei erzählen die Geschichte, wie es überhaupt dazu kam und auch  die politischen Entwicklungen im Vorfeld. Dann beschreiben sie, wie die Analyse durchgeführt wurde und wie sie zu ihrer Einschätzung gekommen sind. Außerdem erklären sie auch warum diese Software gegen die gesetzlichen Vorgaben verstößt.

Das ganze ist ein ziemlich guter Einstieg in das ganze Thema in der üblichen guten Alternativlos Qualität.

Hier der Link

Küchenradio, KR305 Staatstrojaner

Die Küchenradio Mitglieder Philip Banse und Andreas Baum haben Ulf Buermeyer zu Gast der Richter am Landgericht Berlin ist. In seiner Freizeit schreibt er Artikel bei http://www.hrr-strafrecht.de/hrr/ und http://ijure.org/wp/ und befasst sich dabei vorwiegend mit Verfassungs- und Internetrecht.

Damit Otto Normalbürger im Bezug auf Rechtsfragen rund um die Thematik Quellen-TKÜ und Onlinedurchsuchung mal einen allgemeinen Überblick bekommen kann, gehen die drei durch die ganze Thematik. Hier wird auch genau erklärt, was eine Software eigentlich darf und was wichtiger ist, was nicht.

Der Einsatz der Software wird ja immer damit gerechtfertigt, dass dies ja von einem Richter genehmigt wurde. In der zweiten Hälfte des Podcasts schildert dann Ulf, wie so was im Alltag beim Gericht abläuft und welche Schwächen es da im System geben kann. Das ist sehr hörenswert.

Hier der Link

Viel Spaß beim nachhören

Funky

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